Kalenderblatt

Kalenderblatt vom 19. Februar 2018

Heute
Montag

Losung

Gefällt es euch nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.

Josua 24,15

Lehrtext

Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse.

1.Korinther 4,1

Aktuelle Woche

  • Kirchliche Woche
    Sonntag, 05.03.2017 bis Samstag, 11.03.2017
  • Wochenspruch
    Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Joh 3, 8b)
  • Feiertag
    Invokavit
  • Erklärung

    Der Name des Sonntags Invokavit leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: "Invocavit me, et ergo exaudiam eum" (Ps 91, 15; deutsch s. unten, wörtliche Übersetzung von "Invokavit" hervorgehoben).
    Der Sonntag Invokavit hat die Geschichte der Versuchung Jesu zum Thema. Versuchung ist inzwischen zu einem altertümlichen Begriff geworden, vor allem deshalb, weil die Frage nach dem Versuchenden immer deutlicher gestellt wurde und wird. Gibt es ihn überhaupt? Entspringt die Versuchung nicht ausschließlich in einem selbst? Diese Entwicklung muss auf jeden Fall berücksichtigt werden, wenn wir von Versuchung sprechen. Die Vorstellung eines leibhaftigen Versuchers als des Teufels ruft höchstens noch ein müdes Lächeln hervor; das Arbeiten mit solchen Bildern in der Predigt ist heutzutage ausgesprochen schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Die Frage nach dem Versuchenden bleibt, sei es nun die Person selbst oder eine von außen wirkende Kraft. Und immerhin finden wir den Begriff noch in der deutschen Sprache, wenn z.B. gesagt wird: "Ich bin versucht, das und das zu kaufen." Aber hier hat es gewiss nicht mehr den Sinn, den es in der Bibel hat.

  • Thema
    Versuchung

1. Mose 3, 1-15

1 Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?
2 Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;
3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!
4 Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben,
5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
6 Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß.
7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
8 Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn zwischen den Bäumen im Garten.
9 Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?
10 Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.
11 Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?
12 Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß.
13 Da sprach Gott der Herr zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß.
14 Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang.
15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

16 Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.

17 Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang.
18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen.
19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.

Andacht der Woche

Würden Sie Gott gern einmal treffen? Ihm direkt begegnen? Im Café, in der U-Bahn, im Garten? Auf dem Fahrrad, so erzählte der Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch, sei Gott gelegentlich zu sehen. Eins zu eins ließe sich dann mit dem Schöpfer sprechen. Wie am Anfang der Menschheitsgeschichte im Paradies. Neugierig, wissensdurstig, erkenntnishungrig erkunden die Menschen den Garten. Sie werden sich selbst bewusst und von Gott getrennt.

Erstaunlicherweise will Gott weiterhin mit ihnen zu tun haben. Sie bleiben unter seinem Schutz. Sie bleiben seine Geschöpfe. Gott gibt ihnen Zeichen der Verbundenheit. Schließlich sogar sich selbst – Christus, das Kreuz. Weil er sie liebt. Und er hört nicht auf sie zu suchen und zu rufen wie im Paradiesgarten: Mensch, wo bist du?

Glaube ist Gottes Beziehungsangebot: sich suchen und finden zu lassen. Mensch, wo bist du? Die Passionszeit gibt Gelegenheit, diese Frage neu zu hören. Über Verantwortung in der Welt nachzudenken. Über eigene Fähigkeiten und Mühe. Über menschliche Grenzen. „Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe“, betet jemand in Psalm 91. Es ist der Psalm für diesen ersten Sonntag der Passionszeit mit dem lateinischen Namen „Invokavit“, das bedeutet: „er/sie ruft mich an“.

Gott lässt sich suchen und finden. Er geht uns nach und wartet, dass wir auf ihn eingehen. Seine Zuversicht annehmen. Mensch, wo bist du? Das lädt ein, den eigenen Standort zu bestimmen im Verhältnis zu Gott. Der Kabarettist Hüsch dichtete: „Ich stehe unter Gottes Schutz / Ich bin sein Fleisch und Blut / Und meine Tage sind von ihm gezählt“. Was meinen Sie?

Pastorin Stefanie Arnheim